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Christlich Soziale Union: CDU
Mitglieder: 609 000 (Stand: Anfang 2002).

Vorsitzende:
1950 – 1966 Konrad Adenauer
1966 – 1967 Ludwig Erhard
1967 – 1971 Kurt Georg Kiesinger
1971 – 1973 Reiner Barzel
1973 – 1998 Helmut Kohl
1998 – 2000 Wolfgang Schäuble
2000 – Angela Merkel

Wahlergebnisse:
Bundestagswahl:



Europawahlen:


Allgemein:
Die CDU gilt als konservativ christliche Partei auf überkonfessioneller Grundlage. Gründungszentren waren Berlin (A. Hermes, W. Schreiber, J. Kaiser, E. Lemmer ) und das Rheinland (K. Arnold, R. Lehr, K. Adenauer ). Der Name Union weist auf den Sammlungscharakter der Partei hin. Erst 1950 schlossen sich die einzelnen Landesverbände zu einer Bundespartei zusammen. In Bayern entstand mit der CSU eine Partei, die ähnliche Ziele wie die CDU verficht. Größere Tragweite als das unter dem Eindruck der wirtschaftlichen Not und der NS-Diktatur von antikapitalistischen Ideen und vom Geist der christlichen Soziallehre geprägte Ahlener Programm aus dem Jahre 1947 erlangten die Düsseldorfer Leitsätze von 1949 und das Hamburger Programm von 1953. Hier wurde die soziale Marktwirtschaft verankert. Außerdem setzte die Partei auf die Integration in das westliche Bündnissystem. Allerdings spielten programmatische Gesichtspunkte oder gar ideologische Auseinandersetzungen bei der CDU, die sich von vornherein als Volkspartei verstand, in den 1950er und 1960er Jahren keine größere Rolle. Persönlichkeiten wie K. Adenauer und L. Erhard waren für den Erfolg der Partei wichtiger als die Programmatik. Nicht im Berliner Programm von 1968, sondern im Grundsatzprogramm von 1978 in Ludwigshafen kam es zu einer grundlegenden inhaltlichen Erneuerung entlang der Leitbegriffe Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Schon in der Mannheimer Erklärung von 1975 waren mit dem Aufgreifen der Neuen Sozialen Frage neue programmatische Akzente gesetzt worden. Das auf dem Hamburger Parteitag 1994 verabschiedete Programm steht in der Kontinuität des Grundsatzprogramms von Ludwigshafen (1978).
Die CDU bekennt sich zum Modell der ökologischen und sozialen Marktwirtschaft. Die CDU trug zwischen 1949 und 1969 durch die Kanzler K. Adenauer, L. Erhard, K. G. Kiesinger und zwischen 1982 und 1998 durch KanzlerH. Kohl die Regierungsverantwortung.
Durch eine 1999 bekannt gewordene Parteispendenaffäre geriet die CDU in eine schwere Krise. Die CDU stützt sich auf alle Berufsschichten und hat Parteiorganisationen in allen Ländern Deutschlands mit Ausnahme Bayerns.

Geschichte:
1945
16. bis 17. Juni
Die CDU wird in Berlin und Köln als überkonfessionelle christlich-demokratische Partei gegründet.
1. Juli
Verabschiedung der "Kölner Leitsätze" als Programmentwurf der christlichen Demokraten Deutschlands.
14.-16. Dezember
"Reichstreffen" in Bad Godesberg: Die christlich-demokratischen Parteien der britischen und der amerikanischen Besatzungszone sowie Berlins einigen sich auf den einheitlichen Namen "Christlich-Demokratische Union Deutschlands".
1947
3. Februar
Die CDU der britischen Zone verabschiedet das Ahlener Programm.
1949
15. Juli
Die Arbeitsgemeinschaft der CDU/CSU verabschiedet die "Düsseldorfer Leitsätze". Die Soziale Marktwirtschaft wird die wirtschaftsprogrammatische Grundlage der Union.
1950
20. bis 22. Oktober
Auf dem Gründungsparteitag der CDU Deutschlands in Goslar wählen die Delegierten der westdeutschen Landesverbände und West-Berlins Konrad Adenauer zum ersten Bundesvorsitzenden.
1976
8. Juli
In Luxemburg konstituiert sich die "Europäische Volkspartei" (EVP) als Zusammenschluß von zwölf christlich-demokratischen Parteien. CDU und CSU zählen am 29.4. zu den Mitgründern.
19. November
In Wildbad Kreuth beschließt die CSU-Landesgruppe im Bundestag, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aufzukündigen. Als die CDU die Gründung eines eigenen Landesverbandes Bayern ankündigt, widerruft die CSU am 12.12. ihren Beschluß.
1979
11. Januar
Im erweiterten CDU-Bundesvorstand setzt sich Helmut Kohl mit dem Anspruch auf die Ämter des Partei- und des Fraktionsvorsitzenden durch, nachdem Kurt Biedenkopf in einem Memorandum die Trennung beider Funktionen gefordert hat ("Biedenkopf-Memorandum").
2. Juli
Bei einer Abstimmung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion über den Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahlen 1980 setzt sich Franz Josef Strauß (CSU) gegen Ernst Albrecht (CDU) durch. Helmut Kohl hat zuvor verzichtet.
1989
11. bis 13. September
Im Vorfeld des 37. Bundesparteitages in Bremen fallen Namen wie Lothar Späth und Rita Süßmuth, als es um Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur geht. Die Delegierten stellen sich - nicht zuletzt angesichts der Umwälzungen in Osteuropa - hinter Helmut Kohl.
1990
1. Oktober
Am Vorabend der Wiedervereinigung erklären sich auf dem Hamburger Parteitag die neugegründeten ostdeutschen Landesverbände der CDU als Teil der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands. Der 38. Bundesparteitag geht damit über in den gesamtdeutschen 1. Parteitag der CDU Deutschlands.
1998
27. September
Nach der verlorenen Bundestagswahl (CDU: 28,4%, CSU 6,7%, SPD 40,9%, FDP 6,2%, Bündnis 90/Grüne 6,7%, PDS 5,1%) kündigt Helmut Kohl seinen Rücktritt vom Amt des Parteivorsitzenden an.
1999
30. November
In der CDU-Spendenaffäre räumt Helmut Kohl ein, gegen das Parteiengesetz verstoßen zu haben.
2000
18. Januar
Helmut Kohl legt den CDU-Ehrenvorsitz nieder.
16. Februar
Wolfgang Schäuble erklärt seinen Verzicht auf den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und auf den CDU-Parteivorsitz.


In den Parlamenten:
Bundestagsfraktion: www.cducsu.de
Europaparlament www.cdu-csu-ep.de
Grundsatzprogramm
Jugendorganisation
Konrad Adenauer Stiftung


Weitere Informationen und Kontakt
www.cdu.de

verfasst von
Beck am 27 Jan 2004


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